Alles dicht in DE

Kamerafahrten

Diese sind ohne vorhergehende Reinigung sinnlos. Im Übrigen können die heute verfügbaren Systeme regelmäßig nur einen Teil der Abwasserleitungen inspizieren. Bei falschem Gebrauch droht sogar ein Totalverlust des teuren Gerätes (zum Schaden des prüfenden Betriebs) und damit natürlich auch der betreffenden Leitung (diesen Schaden hat der Eigenheimbesitzer, der jetzt seinen Fußboden aufgraben muss oder alle Leitungen unter seiner Wohnzimmerdecke neu verlegt, wenn er denn keinen Keller hat).

 

Die hohen Kosten in der Praxis sind bei näherem Hinsehen auch leicht nachvollziehbar. Eine TV-Inspektion erreicht regelmäßig nur einen Teil der Rohrleitungen. Er ist schwer vorstellbar, dass eine Kommune in der Satzung festschreibt, dass dann nur der erreichbare Teil zu kontrollieren ist und der Rest außen vor bleibt. Außerdem setzt diese Art der Inspektion eine Hochdruckreinigung voraus, mit weiteren Kosten. Wenn dann nach Hochdruckreinigung und TV-Inspektion ein Schaden festgestellt wird, ist dieser möglicherweise durch die Reinigung erst entstanden. Das wird der ausführende Betrieb niemals einräumen, wenn der Bürger das nicht beweisen kann. Der ganze Vorgang muss dann so ablaufen, dass man den einen Betrieb mit TV-Inspektion und sorgfältiger Dokumentation beauftragt und erst danach einen anderen Betrieb mit Hochdruckreinigung und erneuter Inspektion. Nur dann können sie dem ausführenden Betrieb Schäden durch die Reinigung nachweisen, die durchaus wahrscheinlich sind, wie Studien belegen. Jeder Hausbesitzer wird sich die Augen reiben, wenn die Rechnungen kommen und wenige Monate später viele Mieter, wenn Nachzahlung auf die Nebenkosten und Mieterhöhung drohen.