IgnoriertCoverx

Fortsetzung jeden Freitag ...

Bezugsquellen: BoD, Amazon, Thalia, Mayersche, u.v.a.m.

Inhalt

Prolog ... I
Eine fast wahre Geschichte ... III
Die wahre Geschichte ... 1
Davon steht nichts in der Bibel. ... 1
Hoppla – das könnte wichtig sein! ... 3
Wichtige Mitteilung ... 3
Ein hoffnungsloses Unterfangen ... 19
Die Sache nimmt Fahrt auf. ... 27
Bunkermentalität ... 27
Zukunft NRW ... 35
Läuterung der FDP ... 49
Dichtheitsprüfung Nein Danke! ... 63
Wut, Ärger, Nerven ... 76
Demo in Münster ... 89
Fast am Ziel – Kurswechsel der CDU ... 100
Die Verbände laufen Sturm. ... 117
Entspannung Nein Danke! ... 117
Ziel in greifbarer Nähe ... 132
Dumm gelaufen ... 144
Alles zurück auf LOS ... 158
Opposition solidarisch ... 172
Die Wahllüge ... 184
Kraft sagt Basta! ... 198
Erfolg oder Misserfolg? ... 210
Der §61A ist Geschichte. ... 229
Kriegsmüde? ... 229
Dichtheitsprüfung adieu – für die Meisten ... 262
Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Landtagswahl. ... 269
Relative Ruhe ... 269
Eine unendliche Geschichte ... 291
Ende gut ... 305
Letzter Akt ... 307
Epilog ... 309
Quellen

Dichtheitsprüfung Nein Danke!

Parallel dazu schreitet die Gründung des Vereins DND voran. Da ich etwas Zeit habe, verlasse ich noch einmal meine sonst vorherrschende Zuschauerrolle in der Angelegenheit, lade über meinen Verteiler ein und biete wieder Unterstützung an:

Fwd: Gründungssitzung Dachverband Dichtheitsprüfung 05.05.2011, 15:31
Liebe Mitstreiter,

am 10. Mai findet die Gründungsveranstaltung für den Dachverband NRW (DND) in Minden-Haddenhausen statt. Das hatten 14 Bürgerinitiativen in OWL vor einigen Wochen beschlossen. Wer die Einladung noch nicht gesehen hat, kann sich unter der untenstehenden Adresse mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! noch anmelden. Leider kann ich selbst der Einladung dorthin nicht folgen, da ich beruflich anderweitig unterwegs bin. Ich wünsche den Bürgerinitiativen viel Erfolg bei diesem wichtigen Schritt, den ich ausdrücklich begrüße. Im Land darf nicht wieder der Eindruck entstehen, es mit vielen einzelnen Protesten und unterschiedlichen Problemen zu tun zu haben, die man lokal einzeln nacheinander mit voller Übermacht bekämpfen kann.

Läuterung der FDP

Es ist manchmal zum Verzweifeln. Das Ganze ist doch nicht nur von den Bürgern kaum zu stemmen. Auch das Handwerk ist nicht nur im positiven Sinne betroffen. In ruhigen Minuten rechne ich einmal für den Kreis Düren nach. Es gibt nach Recherche auf dem NRW-Portal Sadipa genau 29 zertifizierte Prüfer im Kreisgebiet, sogenannte Sachkundige für Zustands- und Funktionsprüfung privater Abwasserleitungen. Nur solche besonders ausgebildete Handwerker dürfen überhaupt die Arbeiten durchführen. Jede dieser Personen kann laut Branchenauskunft pro Jahr bei voller Auslastung etwa 70 Prüf- und Sanierungsprojekte bewältigen. Wie man leicht nachrechnet, können damit maximal 2030 Anlagen jährlich bearbeitet werden. Bei grob geschätzten 40.000 – 50.000 Anschlüssen im Kreis Düren dauert die Abarbeitung danach etwa 24 Jahre, selbst dann, wenn alle betroffenen Bürger sofort die Aufträge vergeben. Wie soll das funktionieren? Kleines Angebot und gigantische Nachfrage, gepaart mit Alternativlosigkeit und schwindelerregende Strafandrohung bis 50.000 Euro, lassen unweigerlich die Preise durch die Decke gehen. Das ist Marktwirtschaft. Aber solche Argumente will wieder einmal kaum jemand hören. Ich schreibe diesbezüglich an meinen großen Verteiler aus Bürgermeistern, Kommunalräten, Landtagsabgeordneten.

Bunkermentalität

Am Neujahrstag 2011 hat leichtes Tauwetter den Schneemassen noch nicht viel anhaben können. Nicht einmal in meinen Garten kann ich gehen, ohne eine Schaufel in die Hand zu nehmen.

Die Situation in Sachen Dichtheitsprüfung scheint verfahren. Nichts kann dieses politische Schlachtschiff vom Kurs abbringen oder gar zum Einhalten oder zur Umkehr veranlassen. Widerstand scheint ein Kampf gegen Windmühlen, gegen den der eines Don Quijote ein Dreck ist. Das liegt wohl auch daran, dass Windmühlen heute um ein Vielfaches größer sind als damals.

Bis jetzt haben wir nicht einmal eine nennenswerte Öffentlichkeit herstellen können. In Relation zu Millionen betroffener Bürgern in NRW sind wir eine verschwindende Minderheit. Die weitaus Meisten wissen nicht einmal, was da auf sie zukommt. Andere wollen einfach nicht glauben, was einige schon erfahren mussten. Früher hätte ich wohl auch so gedacht, bevor ich wusste, wie schlimm das tatsächlich werden kann. Wenn wenigstens die Presse kritisch berichten würde, wäre schon viel gewonnen. Aber weit gefehlt – die sind unisono auf der Seite der Landespolitik, beschwichtigen, beschönigen, beschwören in unzähligen Artikeln die vermeintlichen Umweltgefahren, den Trinkwasserschutz, wiederholen Totschlagargumente – Diskussion unerwünscht. Mein früheres Grundvertrauen in die Sachbezogenheit von Politik und die Rolle der Presse als deren kritischer Beobachter ist inzwischen irreparabel zerstört. Da sind überall Interessen im Spiel, die ich nicht durchschaue und die mich früher auch nie interessiert haben. Unangemessenen Resultaten aus solchem Gemauschel konnte ich bisher immer mehr oder weniger elegant ausweichen.

Zukunft NRW

Im Februar bietet sich eine echte Chance zu weiterer Öffentlichkeit. Ein Aktivist aus Gütersloh macht mich auf ein Forum „Zukunft NRW“ aufmerksam. Eigentlich sollen sich die Beiträge um den zukünftigen Landeshaushalt drehen. Hier kann jeder ein Thema einstellen und von anderen bewerten lassen. Einige andere Mitstreiter haben das schon getan. Das ist einer der Strohhalme, nach denen auch ich greife. Ob das mehr bringt, als irgendein Leserbrief, scheint fraglich. Tatsächlich aber ruft diese Aktion später endlich die Presse auf den Plan. Daran wage ich jetzt noch nicht zu denken. Es ist nur eine Aktion unter vielen.

Die Bewertungen bei „Zukunft NRW“ gehen derweil durch die Decke. Am 20. Februar ist Platz 2 erreicht, am nächsten füllt das Thema Dichtheitsprüfung schon die Plätze 1, 4 und 5. Weil immer wieder ein Wechsel zwischen den ersten beiden Positionen stattfindet, wittert Jos Manipulation und beklagt sich bei der Redaktion. Begleitet wird die Umfrage durch sprunghaft ansteigende Besucherzahlen auf meiner Seite. Die Auswertung der Zugriffe sehe ich mir genauer an und recherchiere die Herkunft der protokollierten IP-Adressen. Interessanterweise läuft die Hälfte der Anfragen über eine einzige Adresse, das Rechenzentrum der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen, das auch den Landtag versorgt. Die hohe Anzahl der von dort je Sitzung aufgerufenen Seiten spricht für jeweils umfassende Recherchen auf „Alles dicht in NRW“. Vielleicht will der Stab um die Ministerpräsidentin einfach wissen, was denn da los ist und welche Ursache die plötzliche Aufregung hat.

Ein hoffnungsloses Unterfangen

Der Mai geht ins Land. Mit meiner Frau habe ich jetzt schon fünf Etappen des Eifelsteigs absolviert und wir wollen den im Laufe des Jahres noch komplett machen: Mehr als 350 Kilometer von Kornelimünster nach Trier, jede Tagesetappe im Schnitt um die zwanzig Kilometer. Daneben holt mich immer wieder die Dichtheitsprüfung ein. Die Landtagswahl ist gelaufen und die Gewinner stehen fest. SPD und GRÜNE bilden eine Minderheitsregierung – es hätte kaum schlimmer kommen können. Jetzt bestimmen endgültig die Ideologen, ohne wahrnehmbare Opposition in dieser Sache, und solche Leute nehmen Fakten ohnehin nur sehr selektiv zur Kenntnis. Als Gegenmittel kommen nur Öffentlichkeit und Stimmungen infrage. Bisher scheinen mir die Debatten viel zu sachbezogen. Meist entscheidet aber die emotionale Komponente. Erfolgreiche Politik besteht nicht unwesentlich im Schüren von Ängsten. Das beherrschen alle Parteien, die einen souveräner als die anderen. Drohe mit einer Hölle und die Menschen lassen sich nach Belieben Geld aus der Tasche ziehen. So hat das schon immer funktioniert.