IgnoriertCoverx

Fortsetzung jeden Freitag ...

Bezugsquellen: BoD, Amazon, Thalia, Mayersche, u.v.a.m.

Inhalt

Prolog ... I
Eine fast wahre Geschichte ... III
Die wahre Geschichte ... 1
Davon steht nichts in der Bibel. ... 1
Hoppla – das könnte wichtig sein! ... 3
Wichtige Mitteilung ... 3
Ein hoffnungsloses Unterfangen ... 19
Die Sache nimmt Fahrt auf. ... 27
Bunkermentalität ... 27
Zukunft NRW ... 35
Läuterung der FDP ... 49
Dichtheitsprüfung Nein Danke! ... 63
Wut, Ärger, Nerven ... 76
Demo in Münster ... 89
Fast am Ziel – Kurswechsel der CDU ... 100
Die Verbände laufen Sturm. ... 117
Entspannung Nein Danke! ... 117
Ziel in greifbarer Nähe ... 132
Dumm gelaufen ... 144
Alles zurück auf LOS ... 158
Opposition solidarisch ... 172
Die Wahllüge ... 184
Kraft sagt Basta! ... 198
Erfolg oder Misserfolg? ... 210
Der §61A ist Geschichte. ... 229
Kriegsmüde? ... 229
Dichtheitsprüfung adieu – für die Meisten ... 262
Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Landtagswahl. ... 269
Relative Ruhe ... 269
Eine unendliche Geschichte ... 291
Ende gut ... 305
Letzter Akt ... 307
Epilog ... 309
Quellen

Wichtige Mitteilung

Mittwochs kommt immer ein kostenloses Wochenblatt mit Nachrichten aus der Region. Diesmal ist eine behördliche Information eingelegt. „WICHTIGE MITTEILUNG“ steht unter dem Logo der Stadt. Ich überfliege das beim Frühstück nur kurz, lese irgendetwas von „Häuser vor 1965“ und lege es wieder weg – geht mich ja nichts an, denke ich noch. Dann nehme ich unsere Tageszeitung zur Hand. Karnevalsumzug am Sonntag – aha, neuer Frisör im Dorf – vielleicht probiere ich den einmal aus, Kanalprüfung zu Sonderkonditionen bis Monatsende. Das Radio läuft wie jeden Morgen auf SWR3. Die Verkehrslage auf der A3 ist die für mich interessanteste Nachricht – Mist! – Schneefall zwischen Koblenz und Dernbach, wieder einmal Stau zwischen Bad Camberg und Idstein, fünf Kilometer bei steigender Tendenz – na ja, nichts zu machen, da muss ich durch. Jetzt schnell rasieren, Krawatte anlegen, Anzugjacke ins Auto, Tasche prüfen – Laptop, Handy o.k. –, Koffer ist schon gepackt und dann die 235 km ab nach Frankfurt, wo ich um zehn Uhr erwartet werde. Mittwochs findet immer unser Team Meeting statt, bei dem wir uns untereinander abstimmen. Da kommen Kollegen aus unterschiedlichsten Unternehmensbereichen in ganz Deutschland zusammen, die jeweils für denselben Großkunden arbeiten.

Davon steht nichts in der Bibel.

Ich bin ein unpolitischer Mensch. Ich wähle taktisch, nicht aus besonderer Verbundenheit zu einer Partei. Wenn ich CDU oder SPD will, aber ohne GRÜNE oder LINKE, dann wähle ich FDP. Wenn die mir alle nicht so recht passen, wähle ich gerne auch Protest. Zur Wahl des Landrats habe ich einmal „Snoopy“1 auf dem Wahlzettel ergänzt und angekreuzt. Das Wahlprogramm interessiert mich eher nicht. Was zählt, ist das, was hinten rauskommt, und damit meine ich die Taten. „Worte sind Schall und Rauch“ und „Papier ist geduldig“ – an solchen Plattheiten ist durchaus etwas dran.

Prolog

Die Idee zu diesem Buch entstand Anfang 2018, als ich daranging, mein umfangreiches E-Mail-Archiv aufzuräumen. Im Verlaufe einer der größten politischen Protestwellen der letzten Jahre in Nordrhein-Westfalen hatte die Korrespondenz vieler unserer Mitstreiter und Gegner eine unglaubliche Zahl von Nachrichten hinterlassen. Die massiven und nahezu flächendeckenden Proteste hatten sich an einer skandalösen Landesgesetzgebung entzündet, die bundesweit ihresgleichen sucht. Es handelte sich um den zu trauriger Berühmtheit gekommenen § 61a des Landeswassergesetzes, der in seiner Urfassung sehr vielen Bürgern aufwendige und ökologisch sinnlose Arbeiten an ihren Abwasserkanälen abverlangt hatte. Die überwiegend ideologisch motivierten Belastungen daraus waren immens, in vielen Fällen sogar existenzbedrohend.

Eine fast wahre Geschichte

1. April

Heute habe ich das Angebot der Firma Rohrfrei GmbH über eine Dichtheitsprüfung meines Abwasserkanals erhalten: 500 Euro. Merkwürdig – das war exakt der Betrag, der in der Androhung der Stadt über ein Ordnungsgeld stand und genau der gleiche, den mein Nachbar zwei Jahre zuvor gezahlt hatte. Wie kamen solche Beträge zustande? Mein Nachbar hatte es eigentlich noch gut getroffen. Seine Leitungen verliefen unter der Kellerdecke und mussten nur über die acht Meter von seiner Hauswand bis in den öffentlichen Kanal geprüft und saniert werden. Das war überschaubar. Die 4.000 Euro hatten ihn zwar den Familienurlaub gekostet. Seine gewonnene Freizeit konnte er dann aber gut nutzen, um hernach seinen Vorgarten anzulegen, seine Auffahrt in Eigenleistung neu zu pflastern und den Stellplatz für sein Auto wieder in Ordnung zu bringen. Nachher sah dann alles viel schöner aus als vorher und er konnte zurecht stolz sein.